2009-09-16

Autofreie Insel!

Ok, nur geträumt. Aber man lese weiter!
Per E-Mail habe ich einen alten Zeitungsartikel erhalten, den ich hier - besten Dank an den Finder (der mir bekannt ist)! - in Auszügen wiedergebe, weil er auf ganz überraschende Weise deutlich macht, was in Lindau verkehrspolitisch - nicht erst seit dieser Saison und nicht erst seit ein paar Jahren! - im Argen liegt ... und uns auch auf selbstkritische Weise mit der Nase darauf stößt, wie sehr sich die uns zugemuteten Belastungen verschoben haben - wie sehr wir also über die Jahre „bereit wurden“, eine Belastung für normal zu halten, die uns tatsächlich Lebensqualität raubt, die Gesundheit schädigt usw.
„Haas: Kfz.-Bann für die Insel unumgänglich.
Ein Ausschuss soll dem Stadtrat Vorschläge zur Lärmbekämpfung machen.
Zu dem Geschäftsbericht des Leiters des Fremdenverkehrsamtes (...) entspann sich eine lebhafte Diskussion, die sich vor allem um die Frage der Lärmbekämpfung und um den Kraftfahrzeugverkehr auf der Insel drehte. Oberbürgermeister Haas betonte, daß gar nichts anderes übrig bleiben werde, als über kurz oder lang die Insel für den Kraftfahrzeugverkehr völlig zu sperren. Die Befürchtung der Geschäftsleute, daß sie Einbußen erleiden würden, hielt der OB für irrig. (...) In der Aussprache waren grundsätzlich alle Redner der Meinung, daß man vor einschneidenden Maßnahmen nicht zurückschrecken dürfe. (...)
Die Lärmbekämpfung wurde als weitere vordringliche Aufgabe anerkannt. Die verschiedenen Sprecher verwiesen (...) auf Motorradfahrer, die Vergnügungs-Rundfahrten um die Insel unternähmen (...)
Im Endergebnis wurde ein Ausschuß gebildet, der dem Stadtrat Vorschläge zur Lärmbekämpfung und zur Beseitigung des Verkehrschaos unterbreiten soll.“ (Quelle: Lindauer Zeitung 24.7.1958)

Ob der Ausschuss wohl immer noch tagt? Und wenn ja, in welcher Schublade des Stadtarchivs?
Oder war er wie viele vor und nach ihm im Wortsinn bloß (amtlicher) Ausschuss?
Antrag an den Stadtrat: Man möge die Akten des Ausschusses heben und OBine Seidl die weisen Worte Ihres Vorgängers  Josef Haas nahelegen. Und natürlich der „Hotellerie“, dem Gewerbe etc.

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